Spontane Anziehung zu Krishna.
Spontane Anziehung zu Krishna, die auf die außerordentliche Barmherzigkeit des Herrn zurückzuführen sein soll, kann unter zwei Überschriften eingeordnet werden: eine ist tiefe Verehrung für die Größe des Herrn, und die andere kann sein, dass man sich automatisch zu Krishna hingezogen fühlt, ohne irgendeine äußere Erwägung. Im Narada-Pancaratra heißt es, dass man, wenn man aufgrund tiefer Verehrung für die Größe des Höchsten Herrn eine große Zuneigung und beständige Liebe zu Ihm erlangt, mit Sicherheit die vier Arten der Vaisnava-Befreiung erlangen wird – nämlich die gleichen körperlichen Eigenschaften wie der Herr zu erlangen, den gleichen Reichtum wie der Herr zu erlangen, auf dem Planeten zu verweilen, auf dem der Herr wohnt, und die ewige Vereinigung mit dem Herrn zu erlangen. Die Vaisnava-Befreiung unterscheidet sich völlig von der Mayavada-Befreiung, bei der es lediglich darum geht, in der Ausstrahlung des Herrn aufzugehen. Im Narada-Pancaratra wird reiner, ungetrübter hingebungsvoller Dienst als ohne jedes Motiv für persönlichen Nutzen erklärt. Wenn ein Gottgeweihter ununterbrochen in Liebe zu Lord Krishna lebt und sein Geist immer auf Ihn fixiert ist, erweist sich diese hingebungsvolle Haltung als das einzige Mittel, die Aufmerksamkeit des Herrn zu erregen. Mit anderen Worten: Ein Vaisnava, der unaufhörlich an die Form von Lord Krishna denkt, ist als reiner Vaisnava zu bezeichnen. Im Allgemeinen wird ein Gottgeweihter, der die grundlose Barmherzigkeit des Herrn erlangt hat, weil er die strengen Regeln und Vorschriften des hingebungsvollen Dienstes befolgt, von der höchsten Größe des Herrn, von der transzendentalen Schönheit des Herrn und von der spontanen Ausführung des hingebungsvollen Dienstes angezogen. Um es klarer auszudrücken: Wenn man die regulativen Prinzipien des hingebungsvollen Dienstes ausführt, kann man die transzendentale Schönheit des Herrn voll schätzen. In jedem Fall sind solche erhabenen Positionen nur durch die außerordentliche Barmherzigkeit des Herrn gegenüber dem Gottgeweihten möglich.
Quelle: A.C. Bhaktivedanta Swami Prabhupada (Ausgabe 2011), „The Nector of Devotion“, Seite 145