Manchmal wird gefragt, warum die Krishna-Bewusstseins-Bewegung nur die Verehrung Krishnas befürwortet und die Halbgötter ausschließt. Die Antwort findet sich in diesem Vers. Das Beispiel, Wasser auf die Wurzel eines Baumes zu gießen, ist sehr passend. In der Bhagavad-gita (15.1) heißt es: urdhva-mulam adhah-sakham: Diese kosmische Manifestation hat sich nach unten ausgebreitet, und die Wurzel ist die Höchste Persönlichkeit Gottes. Wie der Herr in der Bhagavad-gita (10.8) bestätigt, aham sarvasya prabhavah: „Ich bin die Quelle aller geistigen und materiellen Welten.“ Krishna ist die Wurzel von allem; deshalb bedeutet der Dienst an der Höchsten Persönlichkeit Gottes, Krishna (Krishna-Seva), automatisch auch den Dienst an allen Halbgöttern. Manchmal wird behauptet, dass Karma und Jnana eine Mischung aus Bhakti erfordern, um erfolgreich ausgeführt zu werden, und manchmal wird behauptet, dass Bhakti auch Karma und Jnana für seine erfolgreiche Beendigung benötigt. Tatsache ist jedoch, dass, obwohl karma und jnana ohne bhakti nicht erfolgreich sein können, bhakti nicht die Hilfe von karma und jnana benötigt. Wie von Srila Rupa Gosvami beschrieben, anyabhilasita-sunyam jnana-karmady-anavrtam: reiner hingebungsvoller Dienst sollte nicht durch den Einfluss von karma und jnana verunreinigt werden. Die moderne Gesellschaft engagiert sich in verschiedenen Arten von philanthropischen Werken, humanitären Arbeiten und so weiter, aber die Menschen wissen nicht, dass diese Aktivitäten niemals erfolgreich sein werden, wenn Krishna, die Höchste Persönlichkeit Gottes, nicht in den Mittelpunkt gestellt wird. Man kann sich fragen, was es schadet, Krishna und die verschiedenen Teile Seines Körpers, die Halbgötter, zu verehren, und die Antwort wird ebenfalls in diesem Vers gegeben. Es geht darum, dass durch die Zufuhr von Nahrung in den Magen die indriyas, die Sinne, automatisch befriedigt werden. Wenn man versucht, seine Augen oder Ohren unabhängig davon zu ernähren, führt das nur zu Verwüstung. Allein dadurch, dass wir dem Magen Nahrung zuführen, werden alle Sinne befriedigt. Es ist weder notwendig noch machbar, den einzelnen Sinnen separat zu dienen. Die Schlussfolgerung ist, dass durch den Dienst an Krishna (Krishna-Seva) alles vollständig ist. Wie im Chaitanyacaritamrta (Madhya 22.62) bestätigt wird, Krsna bhakti Kaile Sarva-karma krta haya: Wenn man sich dem hingebungsvollen Dienst des Herrn, der Höchsten Persönlichkeit Gottes, widmet, wird alles automatisch vollendet.

Quelle: A.C. Bhaktivedanta Swami Prabhupada (Ausgabe 2014), „Srimad Bhagavatam“, Vierter Canto, Kapitel 31 – Text 14

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